„22 plus 44 ist gleich 66“
Von Hubert Röderer, Vizepräsident Öffentlichkeitsarbeit, 02.06.2026
Manfred Hirsch gehört zu den Urgesteinen des Tischtennissports in Baden-Württemberg – wie kaum ein Zweiter hat er sich ins Ehrenamt eingebracht. Er stellt sich selbst vor:
„Ich bin 1960 in Schwenningen geboren. Dies ist bis heute auch ununterbrochen mein Wohnort. Seit einem Jahr bin ich Rentner, davor war ich 35 Jahre in derselben Firma tätig, zuerst in der Buchhaltung und anschließend im Personalbüro in leitender Funktion. Ich habe in Schwenningen die Berufsakademie besucht, mit Abschluss Diplom-Betriebswirt, Fachrichtung Steuern. Ich bin geschieden, habe zwei Kinder und mittlerweile drei Enkel – mein ganzer Stolz.
Seit 1947 wird bei der TG Schwenningen (Turngemeinde) Tischtennis gespielt. Der Verein war Gründungsmitglied des Bezirks Oberer Neckar. Seit 1975 bin ich sowohl als Funktionär wie auch als Spieler ununterbrochen bei der TG Schwenningen.
Seit 44 Jahren an der Spitze der Abteilung
Mit 22 Jahren habe ich das Amt des Abteilungsleiters übernommen. Mittlerweile habe ich das Amt 44 Jahre inne. Da ich dieses Jahr 66 Jahre jung werde, war diese Rechnung mit solchen Schnapszahlen für mich der richtige Schritt, mein Amt bei der Abteilungsversammlung (mit Neuwahlen) am Freitag, 12. Juni, in jüngere Hände zu übergeben. Folgende Zahlenkombination kann ich bieten:
22 + 44 = 66
Bis heute habe ich gerne die ehrenamtlichen Tätigkeiten im Tischtennis übernommen, auch weil ich immer ein starkes Team hinter mir hatte. Ich konnte mich auf alle Abteilungsmitglieder verlassen. Ich habe nur bei mir bemerkt, dass mir in letzter Zeit die Motivation fehlte, Neues zu bewegen. Administrative Aufgaben habe ich bis zum letzten Drücker hinausgeschoben und mich dabei ertappt, wie ich mich dann unnötig unter Druck setzte. Dabei gab es Wochen mit geringerem Aufwand und Wochen mit enormem Aufwand.
Bald 15 Mannschaften
Momentan nehmen zwölf Mannschaften am Rundengeschehen teil, kommende Runde wird die TG Schwenningen aufgrund der erfolgreichen und hervorragenden Jugendarbeit drei weitere Jugend-Mannschaften melden, so dass die TG Schwenningen insgesamt 15 Mannschaften für die Spielrunde 2026/27 meldet. Dies bedeutet schon einen enormen administrativen Aufwand. Die Anzahl der Abteilungsmitglieder hat dieses Jahr zum ersten Mal die 100er-Marke überschritten.
Ich selbst spiele momentan in unserer 4. Herrenmannschaft in der Kreisklasse A, mit viel Einsatz als ‚Ersatzspieler‘ in der 3. Herrenmannschaft in der Bezirksklasse. Unter der Woche spiele ich gerne in der Seniorenmannschaft.
Bezirksreform und die Folgen
Ab Juli gibt es durch die Umstrukturierung und die Reduzierung der Bezirke durch den Verband nur noch 12 statt 21 Bezirke. Ich war nicht unbedingt Befürworter dieser neuen Einteilung. Als großes Problem sehe ich – wie unsere aktiven Spieler/innen – die Sollstärke der Mannschaften. Wir würden gerne die 6er-Sollstärke beibehalten. Bei 4er-Mannschaften hätten wir keine Kapazitäten mehr in unserer ehrwürdigen Bürkturnhalle frei, so dass wir sogar Mannschaften zurückziehen müssten und manch Spieler/-in nicht mehr zum Einsatz käme, gerade in den unteren Klassen.
Viele schöne Momente
In vier Jahrzehnten habe ich viel Positives erlebt und organisiert. In den 90er-Jahren haben wir neben Tischtennis alljährlich auch ein Fußballturnier für Tischtennis-Mannschaften durchgeführt. Wir haben etliche Freundschaftsturniere mit befreundeten Mannschaften, auch aus anderen Bezirken, durchgeführt. Sogar Mannschaften aus Berlin waren am Start. Höhepunkte waren sicherlich die Ausrichtungen der württembergischen Einzelmeisterschaften der Seniorinnen und Senioren 2007 und 2017 sowie die deutschen Mannschaftsmeisterschaften der Senioren 2023.
Der Zusammenhalt der Abteilungsmitglieder bei all diesen Veranstaltungen machte mich besonders stolz.
Sportehrenbrief der Stadt
Für den Bezirk Oberer Neckar war ich ununterbrochen von 1989 bis 2025 als stellvertretender Bezirksfachwart tätig. Dafür erhielt ich die besondere Ehrung mit der TTBW-Ehrennadel in Gold mit Kranz. Bereits 2008 erhielt ich von der Stadt Villingen-Schwenningen für meine Verdienste auf dem Gebiet des Sports den Sportehrenbrief.
Seit dem Winter 1991 findet die traditionelle Skiausfahrt der Abteilung statt, immer am letzten Januar-Wochenende. Lediglich zweimal ist die Ausfahrt ausgefallen. Mir macht nach wie vor das Tischtennisspiel Freude, sonst wäre ich nicht so lange dabei. Neben Tischtennis finde ich auch Zeit fürs Radfahren, Schwimmen, Saunieren und Skifahren.
Das Wesentliche des Sports
Niederlagen müssen schnell vergessen werden. Aber noch wichtiger ist die Kameradschaft unter allen Spielern – vor, während und nach einem Wettkampf. Das Gesellige und der Zusammenhalt innerhalb der Abteilung waren mir immer wichtig. Und ich weiß, dass diese Werte meinem Nachfolger ebenfalls wichtig sind. Es ist Christian Elsner, ein Eigengewächs, 34 Jahre alt und seit 20 Jahren aktiver Spieler. Durch sein langjähriges Engagement für die Abteilung und seine tatkräftige Mithilfe bringt er die idealen Voraussetzungen mit, die Abteilung Tischtennis bei der TG Schwenningen weiter erfolgreich zu führen. Sicherlich wird er auch neue Akzente setzen.“

























